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Archive for the ‘Gedankenwelt’ Category

Abwarten

Ich bin kein Freund von Veränderungen. Ich bin ein Gewohnheitstier!

Aber die letzten 2  3/4 Jahre waren voll Veränderung. Manche waren und sind gut, manche machen mir bis heute zu schaffen, sogar Angst.

Ich möchte ein offenes Gewohnheitstier sein, was eigentlich ja schon ein Widerspruch ist.

Entweder – oder, so lautet doch die Devise. Ich will mich aber nicht entscheiden. Ich möchte beides.

Gewohnheit kann auch feste Bahnen und Sicherheit bedeuten und das fehlt mir mittlerweile am meisten. Vor allem Sicherheit, wirtschaftliche Sicherheit. Ich meine jetzt nicht Geld im Überfluß, aber das ich zumindestens die notwendigsten Sachen bezahlen kann und versichert bin.

Tatsächlich sieht es anders aus und es ist sogar hier in Deutschland möglich, durch die Maschen des sozialen Netzes zu fallen.

Früher ist mir dies auch schon passiert, aber ich habe immer dagegen angekämpft, notfalls bei den Behörden auf dem Tisch getanzt, rumgeschrien und mein Recht eingefordert, auch auf die Gefahr hin, dass mir mehrfach angedroht wurde, dass man die Polizei rufen wurde, wenn ich nicht gehen würde. An diesem Punkt angelangt, entspannte ich mich, setzte mich wieder auf den Stuhl und antwortete „Ok, dann warten wir, bis die Polizei da ist“ Die Polizei kam nicht und ich verließ das Amt, Behörde, Schule etc. mit dem Bewilligungsbescheid 😉 Aber diese Kraft und Energie habe ich seit meinem Burnout nicht mehr. Sehe ich Büroräume, Formulare etc., bekomme ich Schweißausbrüche, Beklemmungen und Panikattacken. Alles andere als nützlich, wenn man Kriegstabledance machen muß.

Egal ob beim Jobcenter, Hartz IV oder Sozialamt, überall traf ich auf nette, engagierte, hilfsbereite Mitarbeiter, aber die Bearbeitungs- und Zuständigkeitsbereiche und deren Zeiten driften zum Teil extrem auseinander.

Ich warte immer noch auf den Bescheid des Rententrägers!

Ich bekomme zwar, voraussichtlich eine Rehamaßnahme, aber wie und wer meine private finanzielle Versorgung übernehmen soll, darüber wird noch gestritten.

Arbeitsamt kann nicht mehr, da ich keinen Anspruch auf Alg I mehr habe. Ok

Jobcenter/AlgII oder besser bekannt als Hartz IV darf nicht zahlen, da ich laut Gutachten noch keine drei Stunden am Tag arbeiten kann.

Sozialamt zahlt nicht, bevor der Rententräger den Antrag auf Erwerbsminderungsrente bearbeitet, angenommen oder abgelehnt hat.

Das heißt im Klartext, kein Geld und viel schlimmer keine Krankenversicherung.

Und die Krankenversicherung quengelt, ob ich nicht freiwillig den Beitrag zahlen könnte.

Selbst eine geringfügige Beschäftigung bringt mir nix, da nicht krankenversichert und siehe Sozialamt…..

Auf gut deutsch, es ist zum kotzen.

Gutgemeinte Ratschläge a lá, such Dir doch eine Beschäftigung, ein Hobby etc. sind auch zum kotzen.

Habt ihr mir nicht zugehört, ich kann kaum vom Ersparten die Stromrechnung zusammenkratzen, da kann ich doch nicht bei der VHS einen Kurs belegen, so gern ich dies auch tun würde und es gibt in diesem Semester sooooo viele tolle Kurse 😦

Es geht einfach nicht. Also wird mein zuhause zum Gefängnis, denn es darf mir nichts passieren, denn ich soll/muß abwarten, bis die Bescheide da sind, bis ich krankenversichert bin.

Wie soll man da gesund werden???

 

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Seit Wochen sitze ich nun zu hause und warte händeringend darauf, dass der Rententräger mal in die Puschen kommt.

Aber die haben anscheinend sehr viel Zeit. Was für die nur ein paar Wochen sind, sind für mich Monate, Monate des Rückschlags. Seit über zwei Jahren versuche ich jetzt die Folgen meines Bournouts in den Griff zu bekommen.

Mir wurde auch immer bewußter, dass dies einfach Zeit braucht, Zeit die ich nach einem Jahr dann auch gewillt war, mir zu geben, mir zu nehmen, teilweise sogar genoß.

Es ist eine interessante Zeit, viele Tiefs, einige Hochs.

Wobei die Hochs, den Nachteil haben, dass man diese gerne übersieht, wegwischt, nicht annehmen möchte oder kann, denn dies war vor dem Zusammenbruch doch ganz normal – eben gesellschaftlich akzeptierte und geforderte DIN-Norm.

Während der neun Wochen Klinikaufenthalt, versuchte man uns einzutrichtern, dass eben diese DIN-Norm nicht normal ist, das sie krank macht.

100% immer da sein, immer geben, immer machen etc. ist nicht normal! Auch wenn das Umfeld dies  meint.

100% ist das Limit, Wenn ein Gefäß voll ist, dann ist es voll, es hat seine 100%, der Motor hat sein Limit erreicht, eben 100%.

Voll ist voll, fertig! Auch wenn manch ein Chef meint, dass es einfach zur vollsten Zufriedenheit sein muß 😉

Natürlich gibt es Möglichkeiten, kurzfristig über die 100% zu kommen, aber auch nur dann, wenn es unbedingt sein muß, wie in Notfällen, aber wie gesagt, nur kurzfristig.

Lange haderte ich mit mir. Es ging einfach nicht voran, ich konnte keinen Schlußstrich ziehen und neu und anders anfangen. Egal was ich machte, es ging einfach nicht. Ein Schritt vor – zwei zurück. Gar nicht förderlich für Depressionen.

Nach einigen Kämpfen mit der Krankenkasse, konnte ich im Januar mit einer Arbeitstherapie anfangen. Ab da gings langsam aufwärts.

Anstatt hinter einem Schreibtisch zu sitzen, war ich dort in der Gartenabteilung tätig.

Wetter hin, Regen her, -15 Grad, was solls. Es wurde Holz gefällt, gespalten, gestapelt, gehäckselt, vier Schafe mußten versorgt sein, das Frühjahr kam, die ersten Beete vorbereitet, Unkraut gejähtet, die ersten Blumen gesetzt, Rasen gemäht und vieles mehr.

Ich ging auf wie ein Primelchen 🙂

Sinn und Zweck der Therapie, betreut wieder den Weg zurück in den Arbeitsalltag zu finden, Hoffnung zu schöpfen, dass man wieder was machen kann, was wert ist. Gefördert wird dies in Kombinationen mit verschiedenen Praktika in verschiedenen Firmen. Diese Firmen wissen über einen Bescheid und man muß nichts kaschieren. Viele Patienten haben so, ihren künftigen Arbeitsplatz gefunden. Einige Firmen rufen sogar expliziet bei der Therapiestelle an und fragen nach, ob nicht eventuell ein potentieller Kandidat da wäre, erst Praktikum, mit Aussicht auf eine feste Stelle.

So ging ich mit der Hoffnung schwanger, dass ich bis Ende des Jahres vielleicht auch etwas gefunden habe.

ABER, seit Juni warte ich auf eine Antwort des Rententrägers, wie es mit meiner beruflichen Wiedereingliederung aussieht.

Alle Unterlagen liegen vor, aber ich habe bis jetzt nur, Ende Juli ein Schreiben erhalten, dass der Vorgang bearbeitet wird.

Mal abgesehen davon, dass mir die Therapie mehr als fehlt, dass diverse Einbrüche unvermeidlich sind, wird die finanzielle Lage immer bedrohlicher,

Krankengeld – vorbei, Arbeitslosengeld – läuft bald aus, na und dann heißt es Harz und alle Ersparnisse, die für später gedacht waren sind dann auch futsch, selbst wenn nicht, ich kann die Sparsummen dann gar nicht mehr bezahlen.

Und schwubs, ist das Thema Altersarmut ganz nah für mich, ebenso die Kotzattacken, wenn manch ein Politiker meint, die Jungen sollen halt früh anfangen zu sparen und nicht in den Tag hineinleben.

Wie soll man sparen, wenn man eh nicht weiß, wie man bis zum Monatsende klarkommt?

Ich habe ja noch Glück, dass MeinBester mich in allen Belangen unterstützt, aber was machen die, die niemanden haben, der helfen kann?

 

 

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Herzlichen Glückwunsch

Heute möchte ich meiner Schwester ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren. Leider erreiche ich sie telefonisch nicht, hab ihr aber schön die Mailbox vollgequarkt.

Und da sie es vor 20 Jahren nicht lassen konnte, mich immer wieder im Kreissaal anzurufen, mit der dringenden Bitte, doch noch etwas durchzuhalten jede Frau die in den Wehen lag, kann bestimmt nachvollziehen, dass einem der Sinn nach etwas anderem steht, als noch etwas durchzuhalten und die Wehen zu verlangsamen 😉

gratuliere ich auch noch meinem Hibbel zum Geburtstag.

Ich drück, knuddel und knutsch Euch beide und habe Euch unsagbar lieb.

Außerdem gratuliere ich auch mir!

Jawollja!

20 Jahre Mama, mit allen Höhen und ein paar Tiefen 😉

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Ein großes Geschenk

Ein erstes „großes“ Geschenk erhielt ich, als ich meinen Hibbel zur Welt brachte.

Es war besonders, erstaunlich, großartig und unsagbar schmerzhaft.

Ich hör mich heute noch im Kreissaal brüllen, dass das Machen doch schöner sei, als das Kriegen 😉

Ein paar Jahre später, durfte ich eine Freundin, sehr zur Erleichterung ihres Freundes, in den Kreissaal begleiten und half ihr so gut es ging, die gesunde Tochter zur Welt zu bringen.

Ich glaube besonders lustig daran war, das genau an diesem Tag auch meine Scheidung vor Richter und Gericht „ratifiziert“ wurde 😉 Da meine Freundin schon lange in den Wehen lag, bat ich den Richter doch ein Einsehen zu haben und den ganzen Schißlapleng schnell über die Bühne zu bringen, da ich woanders nötiger gebraucht werde. Er grinste und in 10 Minuten war alles vorüber. Was ich von den Wehen meiner Freundin nicht behaupten kann.

Weitere Jahre später, bat mich eine Arbeitskollegin, um tatkräftige Unterstützung im Kreissaal.

Wieder erblickte ein Kind mit meiner Hilfe, das Licht der Welt. Diesmal ein Junge.

Schon damals keimte in mir der Gedanke auf; jetzt warst du so oft Gast, beim Eintritt in diese Welt.

Wirst du auch mal Gast beim Abschied sein ?

Falls ja, hast du die Kraft dazu, kannst du das?

Bei meinen Tieren auf jeden Fall. Dies habe ich mir während meiner Arbeitszeit in einer Tierklinik geschworen.

Aber wie sieht es mit der menschlichen Gattung aus?

Kannst du so stark sein und einen Menschen auch bis „zur anderen Seite der Straße“ begleiten ?

Ich stellte mir vor, wie ich mich verhalten würde, was ich machen würde, wie ich reagieren würde.

Ich wünschte mir, das ich ruhig, gelassen und hilfreich sein würde. Trotz all dem Schmerz und der Trauer.

Geht das überhaupt, kann man wirklich so stark sein, auch wenn einem das Herz zerreist und loslassen?

Ich konnte es mir nicht vorstellen, wünschte es mir aber sehr.

In der Nacht von Sonntag auf Montag bekam ich dann meine Antwort und mein Erfahrungslebenskreislauf schloß sich.

Ich durfte mit meiner Tante, meinen Onkel zur anderen Straßenseite begleiten.

Und es war so, wie ich es mir wünschte.

Meine Tante umsorgte, pflegte und liebte meinen Onkel, dass mir mein Herz überlief, vor lauter Liebe und Glück und den Gedanken „Ja, genau so, genau so möchte ich es machen, wollte ich es machen, werde ich es machen!“

Mein Onkel war nie alleine, in seinem letzten Krankenhauszimmer. Es war immer jemand da. Wir lachten zusammen, wir weinten zusammen, wir redeten zusammen. Und ich meine alle, die im Zimmer anwesend waren.

Trotz Morphium, Narkosemittel, Schmerzmittel etc. , mein Onkel hat oft auf uns reagiert. Und seine Reaktionen  waren definitiv keine Zufälle, dazu hat er zu oft, genau auf die Pointen reagiert und auf uns 🙂

Der Raum war erfüllt von Liebe und Zuwendung und Stärke. Tatkräftig und liebevoll unterstützt durch das Krankenhauspersonal. Sei es ein aufmunterndes Lächeln, eine Salzlampe für schöne Beleuchtung, Aromaöle für die Luft etc.pp.. sie waren immer da, wenn wir sie brauchten, auch wenn wir sie nicht riefen.

Die letzten Schritte zur anderen Seite sind ruhig, entspannt, ein letztes Mal öffnen sich die Augen, schließen sich nicht mehr und es heißt

Auf Wiedersehen, auf der anderen Seite.

Der Körper liegt noch bei uns, friedlich entspannt, mit einem verschmitztem Grinsen. Liebevoll bedeckt mit frischen, duftenden, roten Rosenblättern. Nochmals Danke an das Personal.

Ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung, für dieses große Geschenk.

Konnte ich auch dadurch, auf eine besondere Art und Weise, meinen Papa wieder ein bißchen mehr loslassen.

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Ein Jahr

Ab einer gewissen Uhrzeit verheißen manch Telefonanrufe nicht gutes.

Und im nachhinein wünscht man sich, man wäre liegen geblieben und hätte diesen einen Anruf nicht angenommen.

Dann wäre alles noch so wie es war.

Man müßte nicht fassungslos SeinenBesten anschauen.

Man müßte nicht versuchen zu begreifen, versuchen es in Worte zu fassen.

Du bist doch die Starke, Du kannst das bestimmt.

Man müßte nicht stark sein.

Man müßte nicht –

– nachts die kleine Schwester anrufen,

– verzweifelt auf der Suche sein, wie fang ich an, wie sag ich es ihr, soll ich jetzt anrufen oder erst morgen früh, dann kann sie wenigstens diese Nacht nochmal ruhig schlafen, es ändert eh nichts mehr, aber es geht ihr gesundheitlich so mies…

– aufatmen, das der Schwager ans Telefon geht

– die Koffer packen für die weite Reise

um gemeinsam den letzen Weg zu gehen.

Aber so einen Anruf hat MeinBester vor genau einem Jahr angenommen.

Und vieles hat sich geändert.

Mein lieber Papa,

heute feierst Du Deinen ersten Himmelsgeburtstag.

Ich kann immer noch nicht sagen „Du fehlst mir“

Weil ich es immer noch nicht begriffen habe.

Ich begreif oder weiß immer noch nicht, dass es Dein brauner Sarg war, hinter dem wir hergefahren sind.

Ich kam mir auf dem Friedhof vollkommen deplatziert vor und ich war so sauer, auf den Bestattungsunternehmer.

Ich denke, Du wirst meine Schimpftiraden gegenüber den Angestellten, mit einem Schmunzeln beobachtet haben. Hoffe ich jedenfalls 😉

Aber nach wie vor ist alles unwirklich.

Ich kann auch nicht glauben, dass es schon ein Jahr her ist.

Ich hoffe, dass ich Dein Grab bald wieder besuchen kann.

Du erinnerst Dich doch bestimmt noch an den „Herrn Ribbeck von Ribbeck im Havelland“

Zuerst dachte ich überhaupt nicht darüber nach.

Bei den Händlern gefielen mir die Blumen nicht und so saß ich ohne letzten Gruß im Garten und schaute mich um.

Mein Gott, natürlich! Das ist genau das Richtige, das Passende.

Ich legte einige Pflanzen aus Eurem Garten, Eurem zuhause zusammen, band es mit Stroh von den Tieren zusammen.

Dein Zuhause sollte ganz nah bei Dir sein.

Und vielleicht schafft es sogar ein Samen nach draußen und wird wachsen.

Ich träume von einem Baum, Strauch oder sogar Palme an Deinem Kopfende.

Das wird ein toller Schattenspender.

Und die Tiere werden den Schatten suchen und bei Dir finden.

Ich versuche, dass ich Dich bald wieder besuchen kann und werde dann den Gärtner darauf hinweisen, dass er mit Bedacht das vermeintliche Unkraut beseitigt.

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Ich wünsche…

Euch zum NEUEN JAHR

manch Traum – er werde für Euch wahr

GLÜCK
es möge Euch begleiten
sowie

DIE LIEBE
zu allen Zeiten

GESUNDHEIT
die ganz wichtig ist

vor allem bleib
ein OPTIMIST

Genieß des Lebens-Augenblick
denn er kommt niemals mehr zurück

ein jeder Tag vom NEUEN JAHR
sei für Euch einfach –

WUNDERBAR!

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Frohe Weihnachten

Ich wünsche Euch allen schöne, ruhige, kuschlige und vor allem  gesunde Weihnachtsfeiertage.

Ha,ha?! Bin dafür, dass Artikel 1, Absatz 1 vom Grundgesetz erweitert wird! Ist doch eigentlich schon ein Fall für den Tierschutz. Oder 😉

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