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Archive for März 2013

Dies wollte ich mir eigentlich für den erfolgreichen Wiedereinstieg ins Leben nach der Reha aufsparen.

Einfach für die nun folgende Leichtigkeit des Seins, chachacha.

Es hat sich viel getan, es ist viel passiert.

Viele interessante, blogverdächtige Sprüche, Situationen von herzzerreissend bis sowas von saukomisch – alles für die neue Kategorie – Herzlich willkommen, im Hotel zur lockeren Schraube 😉

Aber bevor ich nur den Mund aufmachen konnte was ja bekanntlich sehr selten vorkommt 😉 brüllte mir der schnöde Alltag schon ein welcome back entgegen.

Hökscht motiviert, wer weis wie lange das noch anhält, begann ich meinen ersten Tag in Freiheit sprich zu hause, pünktlich um halb acht. Ein bißchen Rücken, ein bißchen Bauchbeinepo, der Kaffee lief, dat Hundi auch, nettes Telefonat und dann ab zum Sozialamt, den Rentenantrag abgeben. Alles mit der Ruhe.

MeinBester – Duhu, Dicke, ich hab deinen Hausschlüssel verloren, Ersatz liegt da und da.

Ich – Danke, grummel, grummel  fängt ja schon gut an

Greife mir den Schlüssel, Händiton gibt mir zu verstehen, dass es mehr als dringend an die Ladestation muß. Also dran damit, der Tag ist ja noch jung und lang.

Hinein ins Auto und oh Wunder, der große Junior hat sogar noch was im Tank gelassen.

Beim Amt angekommen, gibt mir die nette Dame zu verstehen, dass sie diesen Antrag leider nicht weiterleiten kann, da dies persönlich an der dafür vorgesehenen Abteilung passieren muß. Ok, aber ich hatte ja auch noch Fragen an sie. Wie gehts weiter, wann bekomme ich endlich mal Geld bzw. was noch viel wichtiger ist wann bin ich mal wieder krankenversichert.

Ihrerseits kamen Fragen und Bedenken, wieso die Arbeitslosengeld2abteilung nicht weiterbezahlt, denn die wäre in meinem Fall immer noch zuständig, das Sozi erst wenn Rententräger ablehnt.

Anruf  bei AlgII, nein ihr seid zuständig

Ist es nicht herrlich, mein Traum war es schon immer, sich wie ne Flipperkugel in Aktion zu fühlen, das einzige was mich stört, ich steh lieber am Flipper, als von irgendwelchen kleinen Schnäpperlis rumgeplingert zu werden.

Aber es machte sofort wieder pling, bitte sofort zum Renteträger, falls möglich heute noch, damit es auch wirklich in die Puschen kommt.

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass bei diesem ganzen Schißlapleng auch rauskam, dass man mir schon am 28.11.2011 hätte mitteilen müssen, das ich vorsorglichen einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente hätte stellen müssen. man ganz schön viele hättesundhattes

Aber wie gut, dass der PC meines damaligen Sachbearbeiters, immer wieder Einladungen auswarf, ich möge doch bitte am soundsondsovielten  erscheinen, damit man über meine berufliche Situation beraten könne. Als ich beim dritten Besuchstermin etwas hysterisch rumkreischte, hatte er es dann auch kapiert, dass ich mich die ganze Zeit schon in einer Arbeitstherapie befand u.a. aufgrund eines Gutachten des MKD Auftraggeber war u.a. auch das Arbeitsamt.

Ich schweife ab 😉  doch all dies führte zu meiner aktuellen Misere, aber ein Ende scheint nah.

Also nach Mittag ab zum Rentenamt, ein bißchen Zeit war auch noch übrig, zeit genug um nochmals nach hause zu fahren, den Hund zu versorgen, etwas aufzupimpen und gaaaaaaaaaaanz wichtig nochmals auf Toilette gehen. Die vier Tassen am morgen, forderten ihren Tribut und wollten in die Freiheit.

Der geneigte Leser möge sich erinnern, dass ich etwas von einem neuen Hausschlüssel weiter oben erwähnte, gell?!

Vermeintlich neuer Hausschlüssel, schloss aber keine einzige Türe auf! Und MeinBester ist nicht da, beim Onkel Doktor. Handy, wie praktisch im Status binladen.

Das Lächeln und die Frisur sitzt, die Blase drückt.

Husche mal ums Haus, vielleicht ist ja hinten die Terrassentüre zu öffnen. Fehlanzeige

Frisur sitzt immer noch, Blase drückt energischer.

Ah ja, das Kellerfenster, das war doch die letzte Notlösung, das klappte doch schon mal.

Jaha, das klappte mal, damals war ich aber 15 kg leichter und noch nicht so extravagant weiblich geformt wie heut zu tage

Madame proudly presents – 63 wundervoll verteilte Kilos

Diese gar wunderbar geformten Kilos wiesen mich aber erst bei den letzten noch durchs Kellerfenster zu pressenden  39 Kilos, darauf hin –

Mädel, deine Hüfte geht da nimmer durch ohne einen Beckenbruch zu riskieren.

Die Frisur spinnenwebverklebt, die Blase brüllt.

Kalt wirds langsam auch.

Ok, überleg, überleg. Was kannste noch tun? Der Hund, der Hund kann Türen öffnen, ach vergiss es, DeinBester hat garantiert die Türe abgeschlossen, damit Ette nicht wieder abhaut, machst Du ja auch. Aber vielleicht doch nicht?

Klopf, Klopf, Nuri mein Engel, mein Mädchen, na komm mal her, ja feines Mädchen.

Hocherfreut sah ich durch die Haustürscheibe mein treues Mädchen schwanzwedelnd herantänzeln.

Yes, Du bist mein Mädchen, meine Rettung, oh mann ich kann fast nicht mehr einhalten und jetzt meldet sich die Endphase des Verdauungstrakts auch noch an.

Na komm schon Nuri, komm mal hier hoch und geh auf die Klinke.

Hund schaut mich an, wedelt, macht tatsächlich die erlösende Bewegung um die Klinke/Türe zu öffnen, hält mitten in der Bewegung inne, schaut mich wieder an und geht demonstrativ in eine traumhafte „Sitz“ Position.

Ja nee, is klar Frauchen. Ich weiß ganz genau, dass ich die Türe nicht öffnen darf. Dat is ja nu mal widder nur nen Test. Ich bleib sitzen, sonst bekomm ich wieder paar auf die Nuss. Du schauste Frauchen, was 🙂

Klutze und Blase brüllen im Duett, die Nachbarn schauen schon irritiert, was ich da so treibe.

So ne schhhhhh…………..ssse aber auch.

Ab wieder ins Auto, da kann ich mich wenigstens aufwärmen und diesen Harndrang eventuell noch etwas aussitzen.

Wie lange dauert so ein beschh…….Arzttermin. Himmel Ar…. und Zwirn. Nee, lieber nicht an Arsch & Co denken, animiert die Blase ja noch mehr und wieso zur Hölle laufen ausgerechnet jetzt auf allen Radiokanälen nur Musiktitel, deren Texte voll mit Wasser, Seen und  anderen Flüssigkeiten sind.

Und wieso ist es so kalt, wieso ist Winter, wieso sind noch keine Blätter – aaaaaaaarrrrrrrrrrrrgggggggggggggggggllllllllllll.

Umgeben von 1200m2 Wildwuchsgarten und trotzdem keine Möglichkeit, diskret irgendwohin zu pullern.

Wat gäb ich drum, nur für fünf Minuten Mann sein zu können.

Blase beruhigt sich etwas.

Schön und gut, aber selbst wenn mir jetzt noch ne Lösung einfallen würde, ich wäre nicht mehr in der Lage, aus dem Auto auszusteigen

…..Don’t go chasing waterfalls. Please stick to the rivers and the lakes that you’re used to….

trällert es aus dem Radio.

Da bekommt der Wutausbruch – ach schhh……ß drauf, ne ganz neue Bedeutung. Wirklich, ich schwör 😉

Es hilft alles nix, nur noch abwarten, Beine zusammenknoten, erlerntes Rehaatemprogramm für Streßsitutionen anwenden und den Gott nen lieben Mann sein lassen. Ja, ja, jetzt Mann sein…. ich wiederhole mich

Motor an, damits wieder etwas wärmer wird.

Eine viertel Stunde, halbe Stunde, eine Stunde.

Bei mir sitzt gar nix mehr, immer wieder verzweifelter Blick in den Rückspiegel, hoffentlich kommt der Männe endlich nach hause.

1 1/2 Stunden

Gefühlte 30 mal die Nachrichten gehört, ja Zypern, weiter so, ihr seid toll – aber sitzt mal mit berstender Blase und keine, ach lassen wir das.

Kreise meine Kopf, die Muskulatur krampft immer mehr und ich bekomme schon Halluzinationen!

Die Haustüre ist auf!

Hallus bei voller Blase, glaubt mir kein Mensch, siniere ich, reiß die Augen auf, die Haustüre ist auf, sie ist wirklich auf, Hundi liegt in Unterwerfungspose vor meiner Fahrertüre,

Ja ich weiß Frauchen ich soll nicht, aber wenn über 30 min der Motor läuft, da muß ich doch mal nachschauen?! Hä wieso kreischt und küsst und kreischt und rennt Frauchen jetzt so????????????

Wohliges, befreiendes Stöhnen erklang über den gesamten Ortsteil!

Ich hatte nicht bemerkt, dass das Toilettenfenster extrem weit geöffnet war.

Aber was solls. Shit happens 😉

Mich konnte danach nix mehr schocken, auch die Tatsache nicht, dass es bis zu sieben Monate dauern kann, bis ich eventuell mal Geld vom Amt sehen werde, meine mini Rentenversicherung  erst einmal kündigen und aufbrauchen muß

(die lustigerweise auch eine AU und BU Versicherung enthält,

aber von denen bekomme ich dann doch auch Geld, die kann ich doch nicht kündigen? Doch müssen Sie, sonst bekommen sie von uns nix)

selbstverständlich mich auch selbst krankenversichern muß, ja und dann sehen wir erst einmal weiter. Hat doch die ganze Zeit auch irgendwie geklappt 😉

Kinners, die nächste Reha ist mir bestimmt bald wieder sicher, aber Hauptsache

der Schlüpper ist sauber 😉

Aber davon erzähle ich ein ander Mal.

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